Priligy (Dapoxetin)

Die frühzeitige bzw. vorzeitige Ejakulation (lat. Ejaculatio praecox) ist eine der häufigsten sexuellen Störung bei Männern unterschiedlichen Alters. Dabei hat der Mann keine Kontrolle über seine Ejakulation beim Geschlechtsverkehr und ist nicht in der Lage, den Zeitpunkt zu steuern. Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) allein in Deutschland beträgt etwa 25 bis 40%. Die Ursache für diese Funktionsstörung ist noch nicht geklärt, doch können Männer sich Abhilfe schaffen – mit PRILIGY.

Was ist Priligy?

Priligy ist ein Medikament das bei Männern zwischen 18 und 64 Jahren angewendet wird, um einen vorzeitigen Samenerguss zu verhindern. Dafür verantwortlich ist der Wirkstoff Dapoxetin, welcher der Klasse von Serotonin-Wiederauffassungsvermögen-Hemmstoffen (ASWHen) angehört. Dieser Wirkstoff wurde als erster zur Behandlung der sexuellen Funktionsstörung zugelassen.

Wirkungsweise von Dapoxetin

Dapoxetin gehört der Gruppe selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer an. Das heißt, dass die frühzeitige Ejakulation wahrscheinlich an der gehemmten Serotonin-Wiederaufnahme liegt, wobei sich das Serotonin länger im Nervensystem befindet. Über das sympathische Nervensystem wird die Ejakulation vermittelt. Eine bedeutende Rolle bei dieser Funktionsstörung spielt jedoch auch die psychologische Verfassung des Mannes.

Serotonin ist ein Botenstoff der Nerven und wird im Körper recycelt. Mit sogenannten Transportern wird der Stoff in die Nervenzellen zurück geleitet um dort wiederverwertet zu werden. Dapoxetin blockiert den Transport des Serotonins, damit es als Botenstoff bestimmten Nervenfasern des Gehirns länger zur Verfügung steht. Umso mehr Serotonin bei den Nervenfasern sich befindet, umso markanter ist dessen Wirkung und eine Hinauszögerung des Samenergusses ist nun länger möglich.

Neben dieser besseren Steuerungsmöglichkeit der Ejakulation, erzielte Dapoxetin bei Männern einen weiteren positiven Effekt. Serotonin wird in der Umgangssprache als “Glückshormon” bezeichnet, welches Wohlbefinden und Zufriedenheitsgefühle auslöst. Von daher waren die Männer mit dem Geschlechtsverkehr wesentlich glücklicher.

Dosierung und Anwendung von Priligy

Um eine erfolgreiche Wirkung mit Priligy zu erreichen, müssen diverse Kriterien/Störungen vorliegen:

  • das erigierte Glied kann in der Scheide maximal zwei Minuten verweilen ehe es zum Samenerguss kommt
  • bei minimaler sexueller Stimulation treten wiederholt häufige Samenergüsse auf
  • minimale Kontrolle über die Ejakulation
  • psychische Probleme in Folge der sexuellen Funktionsstörung, wie z.B. deutlicher persönlicher Leidensdruck bzw. zwischenmenschliche Probleme

Bevor Männer auf Priligy zurückgreifen, sollte eine gründliche Untersuchung eines Arztes stattfinden. Dieser erfragt Vorerkrankungen besonders bezüglich Blutdruckschwankungen nach einem Lagewechsel (z.B. stark sinkender Blutdruck nach dem Aufrichten aus einer sitzenden oder liegenden Position). Diese Untersuchung vor Therapiebeginn ist empfehlenswert, da bei starken Blutdruckschwankungen auf Priligy verzichtet werden sollte um weitere gesundheitliche Schäden zu meiden.

Hat der Arzt Priligy verschrieben, ist zu Beginn der Therapie 30 mg eine empfohlene Dosis. Diese sollte mit mindestens einem Glas Wasser eingenommen werden. Es ist auch möglich die Tabletten mit Nahrung einzunehmen. Die Einnahme sollte etwa ein bis drei Stunden vor der sexuellen Aktivität stattfinden. Zwischen den jeweiligen Einnahmen müssen mindestens 24 Stunden vergangen sein.

Eine Kontrolle durch einen Arzt sollte nach den ersten sechs Einnahmen bzw. den ersten vier Behandlungswochen stattfinden, da dieser wiederholte Blutdruckmessungen vornimmt und für den Patienten über ein Nutzen-Risiko-Verhältnis entscheidet. Gab es Kreislaufprobleme bzw. Schwankungen des Blutdrucks schon bei einer Dosierung von 30 mg, wiegt der Arzt ab, ob eine Weiterbehandlung mit Priligy angemessen ist.

Ist dem Patienten eine Dosierung von 30 mg nicht ausreichend, so kann die Dosis auf höchstens 60 mg erhöht werden. Dies ist jedoch nur möglich wenn die Nebenwirkungen keine schwerwiegende Beeinflussung in der Lebensqualität des Mannes haben. Auch hier steht eine wiederholte ärztliche Kontrolle nach etwa vier Wochen an, wobei der Blutdruck und das Kreislaufsystem gecheckt werden.

Da bei Männern über 65 Jahren keine ausreichenden Statistiken vorliegen, sollte Priligy in dieser Altersgruppe nicht verschrieben werden. Ebenfalls dürfen es Personen unter 18 Jahren nicht anwenden. Besondere ärztliche Vorsicht ist geboten bei Patienten mit leichten oder mittelschweren Nierenfunktionsstörungen. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen sowie bei mittleren und schweren Leberfunktionsstörung darf die Einnahme von Priligy nicht erfolgen.

Nebenwirkungen von Priligy

Beobachtet wurden bei Patienten Brechreiz, Kopfschmerz, Diarrhöe und Schwindel. Selten bzw manchmal wurde auch Durchfall, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Erhöhter Blutdruck, eizbarkeit, Angstzustände, Tinnitus, Verschwommenes Sehen, Schwitzen oder Erektile Dysfunktion angegeben. Für den Start mit Priligy wird eine 30mg Dosierung empfohlen.

Vorsichtsmaßnahmen

Im Zusammenhang mit Priligy sollte auf den Genuss alkoholischer Getränke verzichtet werden, da die Wirkungsweise von Dapoxetin gehemmt wird und zu starken Nebenwirkungen führen kann.

Zudem sollte der Arzt informiert werden, wenn Probleme bestehen im Bereich der geistigen respektive psychiatrischen Gesundheit, wie beispielsweise Depressionen oder Schizophrenie. Des Weiteren müssen die Wechselwirkungen zwischen anderen Arzneimitteln ernst genommen werden.