Levitra Schmelztablette

Levitra ist ein Medikament der Firma Bayer Schering Pharma AG, dessen Anwendungsgebiet die erektile Dysfunktion (Impotenz) ist. Hauptwirkstoff: Vardenafil. Das Medikament ist rezeptpflichtig.

Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Die Ursachen für Impotenz sind oft vielschichtig. Per definitionem ist die “Impotenz” eine volkstümliche Bezeichnung für dauerhafte Potenz- oder Erektionsstörungen (ED). Dem betroffenen Mann ist es bei der Mehrzahl der Versuche nicht möglich, eine ausreichende Erektion seines Penis zu erzielen oder über einen gewünschten Zeitraum aufrecht zu erhalten. Ein befriedigendes Sexualleben ist Betroffenen kaum mehr möglich. Der Leidensdruck kann so gross werden, dass weitere, oft psychische Leiden die Folge sind. Impotenz ist eine schwerwiegende Erkrankung, deren Ursache in der überwiegenden Mehrzahl auf organische Leiden zurückzuführen ist. Auch kann sie Vorbote für schwerere Erkrankungen sein. Eine medizinische Abklärung sollte daher immer vor einer leichtfertigen Selbstmedikamentation stehen.

Die ED kann schlimmstenfalls ein Hinweis auf einen bevorstehenden Infarkt oder Schlaganfall sein, da die Blutgefäße des Herzens ähnlich denen des Penis sind. Von Impotenz betroffene Männer scheuen aber oft den Gang zum Andrologen, oft mit fatalen Folgen. Ursachen für die Erkrankung sind oftmals aber auch Diabetes, Bluthochdruck, Alkoholmissbrauch, Rauchen, Suchtmittel allgemein oder Verletzungen der Schwellkörper. Auch Verkalkungen der Blutgefäße, Stoffwechselerkrankungen, Rückenmarkschädigungen kommen in Betracht. Verantwortlich für die Impotenz können aber auch Medikamente sein, wie Antidrepressiva und andere Mittel, die Neuro-Blocker enthalten oder Betablocker zur Senkung des Bluthochdrucks. Eine medizinische Abklärung ist daher in jedem Fall anzuraten.

Inhaltsstoff und Wirkung des Medikamentes

Der Inhaltsstoff der Levitra Schmelztablette ist Vardenafil, ein PDE-5-Hemmstoff. Bei einer natürlichen Erektion wird bei sexueller Stimulation Stickstoffmonoxid freigesetzt. Stickstoffmonoxid aktiviert in der Folge den zweiten für die Erektion benötigten Botenstoff cGMP. Erst dieser Botenstoff sorgt für die Entspannung im Schwellkörper und ermöglicht, dass Blut einströmen kann, um die Erektion hervorzurufen. Zur Beendigung der Erektion wird das cGMP über das Enzym Phoshodiesterase 5 (PDE-5) wieder abgebaut. Und hier setzt das Medikament an.

Der Inhaltsstoff Vardenafil ist ein PDE-5-Hemmer. Das Enzym Phoshodiesterase wird blockiert, wodurch mehr cGMP verbleiben kann, sich die Muskelentspannung verstärkt und letztendlich sich die Erektion verbessert. Dieser Mechanismus wird durch den Inhaltsstoff Vardenafil allerdings nur nach erfolgreicher sexueller Stimulation in Gang gesetzt. Es hat keine luststeigernde Wirkung. Eine Erektion kann mit Levitra keinesfalls erzwungen werden. Das Medikament wirkt also nur bei dem sexuell erregten Mann.

Das Medikament ist für Männer über 50 geeignet, weil sich in dieser Altersgruppe Erkrankungen wie hoher Blutdruck, Diabetes, Arteriosklerose vermehrt zeigen und andere Potenzmittel wie Viagra oder Cialis nicht vertragen werden. Der Grund dafür ist, dass in der Levitra Tablette der Wirkstoff Vardenafil deutlich geringer dosiert ist. Die Wirkung des Vardenafil tritt sehr schnell, in der Regel nach 20 – 60 Minuten, ein und hält bis zu fünf Stunden an. Somit ermöglicht das Medikament auch spontanen Geschlechtsverkehr.

Darreichungsform Schmelztablette

Die Levitra Schmelztabletten sind kleine scheibenförmige Tabletten. Sie zergehen im Mund sekundenschnell. Für die Einnahme wird auch keine Flüssigkeit benötigt, von dessen Aufnahme durch den Hersteller sogar eher abgeraten wird, weil Flüssigkeit den Wirkstoff zu sehr verdünnt. Die Auflösung der Tablette durch den Speichel sorgt für eine rasche Aufnahme des Inhaltsstoffes. Die Schmelztablette schmeckt angenehm nach Minze. Die

Tabletten sind in einer Dosierung von 10mg erhältlich.

Nebenwirkungen

Die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen sind – nach der Häufigkeit ihres Auftretens – gestaffelt. Sehr häufig können Kopfschmerzen auftreten. Häufig treten Beschwerden wie Schwindel, Flush (anfallsweise auftretende Hautrötung, vor allem am Oberkörper und im Gesicht), Verdauungsbeschwerden und verstopfte Nase auf. Gelegentlich wurden Schlafstörungen, Schläfrigkeit, Empfindungsstörungen, Sehstörungen, Tinnitus, Herzklopfen, Atemprobleme, Magenentzündung, Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Rückenschmerzen beobachtet. Zuweilen reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten sich Anzeichen einer allergischen Reaktion zeigen, ist sofort ein Arzt zu verständigen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Der Wirkstoff Vardenafil wird im Körper durch das Enzym CYP3A4, aber auch durch CYP3A5 und CYP2C verstoffwechselt. Substanzen, die diese Enzyme hemmen (Inhibitoren) können daher die Verarbeitung von Vardenafil beeinträchtigen. Von einer gleichzeitigen Einnahme mit den Antipilzmitteln Itraconazol und Ketoconazol ist daher dringend abzuraten. Eine solche Kombination kann bei Männern über 75 Jahren sogar kontraindiziert sein. Unabhängig vom Alter dürfen Männer Vardenafil niemals gleichzeitig mit HIV Protease Hemmern einnehmen. Grapefruitsaft ist ein schwacher CYP3A4-Hemmer, was den Vardenafil-Spiegel im Blut geringfügig steigen lässt.

Levitra darf nicht gleichzeitig mit Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (Herz-Kreislauf-Medikamente) angewendet werden, weil deren blutdrucksenkender Effekt sich sonst möglicherweise stark steigert. Es könnte im schlimmsten Fall zu einem starken Blutdruckabfall kommen. Für Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung, die Alpha-Rezeptorenblocker (Tamsulosin, Terazosin) einnehmen, gilt der Warnhinweis, dass die gleichzeitige Einnahme von Vardenafil nur erfolgen soll, wenn der Patient stabil auf die Alpha-Rezeptorenblocker-Therapie eingestellt ist.

Warnhinweise

Levitra Schmelztabletten sind nicht für die Männer geeignet, die Nitrate, Nitroglycerin oder Mittel gegen Rheuma einnehmen müssen. Auch Patienten, die an Herz- oder Lebererkrankungen leiden, Patienten, die der Dialyse bedürfen, starke Brustschmerzen, Augenprobleme oder Leberleiden haben, ist von der Einnahme der Levitra Schmelztabletten abzuraten.

Vor der Einnahme des Medikamentes Levitra muss die Diagnose erektile Dysfunktion gestellt und die Ursachen abgeklärt worden sein. Des weiteren sollte der Herz-Kreislauf-Status Berücksichtigung finden, weil sexuelle Aktivitäten durchaus ein gewisses Herz-Risiko beinhalten. Patienten, bei denen der Blutausstrom der linken Herzkammer beeinträchtigt ist, weil eventuell eine Verengung der Hauptschlagader (Aortenstenose) vorliegt, können empfindlich auf gefäßerweiternde Substanzen wie Vardenafil reagieren.

Auch von der gleichzeitigen Einnahme mit Levitra Filmtabletten oder anderen Medikamenten zur Behandlung der erektilen Dysfunktion ist dringend abzuraten, da die Wirkung solcher Kombinationen bislang nicht untersucht wurde. Im Zusammenhang mit der Einnahme von Levitra oder anderen PDE-5-Hemmern wurden Sehstörungen und Fälle von sogenannter “arteriitischen ischämischen Optikusneuropathie”, eine blockierte Blutversorgung des Sehnervs aufgrund einer Arterienentzündung, beobachtet. Bei Auftreten von plötzlichen Sehproblemen muss das Medikament sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Die Fahrtauglichkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen könnte nach der Einnahme von Levitra beeinträchtigt werden. Levitra Schmelztabletten enthalten Aspartam als Quelle für Phenylalanin und können daher schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie.

Zudem ist auch Sorbitol im Medikament enthalten. Patienten, die an der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz leiden, muss von der Einnahme dringend abgeraten werden. Mit Vorsicht sollte die medikamentöse Behandlung der Impotenz erfolgen, wenn anatomische Missbildungen des Penis bestehen. Patienten mit Erkrankungen, die anfällig für eine Dauererektion (Priapismus) machen, wie Sichelzellenanämie, Plasmozytom oder Leukämie, sollten größte Vorsicht walten lassen vor Einnahme eines Potenzmittels.