Champix

Was ist Champix?

Das in den USA zur Unterstützung bei der Raucherentwöhnung entwickelte Medikament Champix ist seit März 2007 auch in Deutschland erhältlich und wird durch die Firma Pfizer vertrieben.
Bei Champix handelt es sich um ein nicotinfreies, verschreibungspflichtiges Medikament. Eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nach Angaben des Pharmaunternehmens nicht empfohlen.

Beim in Champix enthaltenen Wirkstoff handelt es sich um ein Alkaloid des Goldregens, das so genannte Vareniclin.

Champix wird in 0,5 mg (Farbe weiß ) und 1 mg ( Farbe hellblau ) Filmtabletten sowie als Kombipackung angeboten.

Wie wirkt Vareniclin / Champix ?

Das in Tabakwaren enthaltene Nicotin bindet sich beim Rauchen an Rezeptoren im Nervensystem. Dort sorgt es für eine Ausschüttung vom – umgangssprachlich Glückshormon genannten – Botenstoff Dopamin. Dieser bewirkt, dass sich ein Wohlgefühl einstellt. Das Vareniclin bindet sich an diese Rezeptoren und wirkt dort auf zweierlei Weise.

Zum einen wirkt es wie Nicotin und reduziert damit das Verlangen nach Tabakkonsum.
Zum anderen wirkt es als Nicotin-Gegenspieler, denn die angenehmen Effekte des Rauchens werden unterdrückt.

In mehreren Studien hat sich die Einnahme von Champix als unterstützende Maßnahme als wirksam erwiesen.

Grundsätzlich sollte die Einnahme in enger Rücksprache und unter Kontrolle des verschreibenden Arztes erfolgen, besonders wenn weitere, auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen werden, eine Schwangerschaft geplant ist oder ein Kind gestillt wird.

Bei Verschlechterung der Stimmungslage, Verhaltensänderung, Denkstörungen oder Angstzuständen, die mit und ohne Behandlung bei der Entwöhnung auftreten können, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. In besonderem Maß gilt dies bei psychischer Vorerkrankung.

Da es unter der Anwendung von Champix zu Schwindelgefühlen und Müdigkeit kommen kann, muss auf das Bedienen von Maschinen, die Teilnahme am Straßenverkehr und auf gefährliche Aktionen verzichtet werden bis feststeht, ob die Medikation auf diesbezügliche Fähigkeiten Auswirkungen hat oder nicht.

Wie erfolgt die Einnahme?

Die Filmtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten unzerkaut mit Wasser geschluckt werden.
Die Behandlung erfolgt in 3 Etappen über 12 Wochen. Vor der Einnahme wird ein Tag, der üblicherweise in der zweiten Behandlungswoche liegt, festgelegt, an dem das Rauchen komplett eingestellt wird.
In der ersten Woche kommen die weißen 0,5 mg Filmtabletten zum Einsatz.

Von Tag 1 bis 3 erfolgt die Einnahme einmal täglich und wird von Tag 4 bis 7 auf zwei Tabletten täglich gesteigert, jeweils eine Tablette morgens und eine abends. Die Einnahme erfolgt idealerweise immer zur selben Tageszeit.

Ab der zweiten Behandlungswoche wird zweimal täglich (morgens und abends) eine hellblaue 1 mg Filmtablette eingenommen.

Nach zwölf Wochen Behandlung kann nach Rücksprache mit dem Arzt eine Verlängerung der Therapie angezeigt sein.

Eine Medikation mit Champix ist, wie Studien gezeigt haben, bei korrekter Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Behandlungsdauer sehr erfolgreich aber auch teuer.

Der vom Hersteller empfohlene unverbindliche Richtpreis für eine Folgepackung mit 56 Tabletten liegt bei EUR 109,96. Die Marktpreise schwanken, da das Medikament auch im internet über verschiedene Versandapotheken mit Rabatten angeboten wird. Ein Preisvergleich lohnt sich. Es ist immer wieder in der Diskussion, ob die Krankenkassen für die Kosten der Raucherentwöhnung aufkommen sollen oder nicht. Zuletzt wurde im Oktober 2010 von Prof. Dr. Jürgen Wasem, Regierungsberater und Gesundheitsökonom an der Universität Duisburg-Essen gefordert, dass die medikamentöse Raucherentwöhnung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden sollte. Laut einer Studie sei belegt, dass bei ca. 5 Millionen tabakbedingt lungenkranken Deutschen durch eine Behandlung mit Champix immense Kosteneinsparungen möglich seien. Nach Veröffentlichung der betreffenden Studie geriet Prof. Dr. Wasem ins Kreuzfeuer der Kritik, da bekannt wurde, dass die Studie von Pfizer finanziert wurde.

Der aktuelle Stand ist, dass die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen.